Aufgaben wirksamer Unternehmensführung (Teil 2) - Was ist die richtige Organisation für mein Unternehmen?

von Peter Knappmann, 21.03.2018

Umstrukturierungen rufen vor allem Stress und Angst bei Mitarbeitern hervor, ob nun eine umfassende Aufgabenveränderung oder vielleicht sogar ein Stellenabbau vorliegt. In letzter Zeit scheint es so, dass die Reorganisation von Unternehmen zu einem Trend vieler Manager geworden ist. Die Zwänge dynamisch zu bleiben, mehr Profit zu machen und mit der Zeit gehen zu wollen, verleiten sie dazu. Solche ständigen Neuanfänge oder Umbrüche sollten, meiner Meinung nach, nur in äußerster Not durchgeführt werden. Vor allem im Hinblick auf die Mitarbeiter, die stabile Phasen brauchen, um produktive Leistungen zu erbringen. Ist eine Neuorganisation allerdings unumgänglich sollte sie gut durchdacht und bestens vorbereitet sein.

Das Organisieren des Organisierens willen führt zu nichts. Doch, was ist dann überhaupt eine gute Organisation?

Der Alltag einer Organisation kann durch Konflikte, Unklarheiten, Kommunikationsprobleme und schlussendlich durch Kompromisse beschrieben werden. Aus solch einer funktionierenden Organisation, ob schlecht oder gut, wird in Kombination mit einem guten Management zu einer guten und wirksamen Organisation. Die oben genannten Strukturveränderungen lassen sich hier umgehen, denn das bessere Management kann eine nicht gutaussehende Situation zumindest verbessern, bis um eine gut durchdachte Reorganisation nicht mehr herumzukommen ist.

Diese gute und somit wirksame Organisation stellt die jeweilige Brücke zwischen den folgenden Grundfrageformen dar. Denn die Organisation einer jeden Unternehmung sollten Sie kontinuierlich hinterfragen:

  1. Wie müssen wir uns organisieren, damit das, wofür der Kunde uns bezahlt, im Zentrum der Aufmerksamkeit steht und von dort nicht wieder verschwinden kann?

  2. Wie müssen wir uns organisieren, damit das, wofür wir unsere Mitarbeiter bezahlen, von diesen auch wirklich getan werden kann?

  3. Wie müssen wir uns organisieren, damit das, wofür die Firmenspitze, das Top-Management, bezahlt wird, von diesem auch wirklich getan werden kann?

Zu Beginn dieses Beitrags habe ich nach einer guten und wirksamen Organisation gefragt. Nun stelle ich mir die Frage: Was ist eine schlechte Organisation? Viele Manager neigen dazu in jeder Schwierigkeit ein Strukturproblem zu sehen und nehmen umgehend organisatorische Änderungen vor. Doch meistens liegt die Problemursache nicht in der Organisation, sondern in der Führung. Durch eine Reorganisation wird dann nur das gerade vorliegende Problem behoben und dadurch werden neue Probleme an einer anderen Stelle geschaffen. Einige prägnante Organisationsprobleme einer schlechten Organisation kann man anhand folgender Anzeichen erkennen:

Zu viele und zusätzliche Managementebenen

Der Aufbau von weiteren Managementebenen sollte generell die letzte Lösung sein. Zusätzliche Ebenen führen zu schwierigerem Verständnis, Schwierigkeiten in der Kommunikation, verfälschten Zielen und zu einer zunehmenden Aufmerksamkeitsstreuung der Mitarbeiter.

Bereichsübergreifendes Arbeiten

Vernetztes Denken stellt weitere Anforderungen an Mitarbeiter, die sie nicht oder nur schwer erfüllen können. Denn nicht jede Person kann diese Disziplin beherrschen. Eine gute und wirksame Organisation zeichnet sich auch dadurch aus, dass ein bereichsübergreifendes Arbeiten gar nicht notwendig ist.

Zu viele Meetings mit zu vielen Teilnehmern

Selten ist ein Meeting überaus produktiv. Die eigentliche Arbeit findet vielmehr nach dem Meeting statt, die dann wiederum im nächsten Meeting präsentiert wird usw. Eine gute und wirksame Organisation sollte so strukturiert sein, dass sie produktiv arbeiten kann, ohne von ständigen Abstimmungen in Meetings abhängig zu sein.

Personelle Übersetzung

Teamarbeiten sind modern, aber nicht für jedes Projekt richtig. Bei solchen Projekten erreichen Sie die beste Produktivität durch einen einzigen, fähigen und kompetenten Mitarbeiter.

Unterstützung durch Assistenten

Die Koordinationshilfe durch Assistenten sollte eine Ausnahme darstellen. Oftmals sind diese gar nicht notwendig, sondern werden als Statussymbol missbraucht.

Unpräzise Jobs

Schlecht definierte Aufgaben und Stellen führen zu einer Streuung der Leistung sowie der Verantwortung. Sie machen es dem Mitarbeiter schwer Resultate zu erzielen und schließlich auch anerkannt zu werden.

Kommen Sie aufgrund der vorgenannten Anzeichen für Organisationsprobleme zum Ergebnis, dass eine Reorganisation notwendig ist? Dann sollten Sie diese gut durchdenken, vorbereiten und vor allem schnell durchziehen. Denn umso schneller die Strukturänderung durchgeführt wird, desto schneller kehrt wieder Ruhe ein, die den besten Rahmen für die Produktivität der Mitarbeiter schafft. Ein Indikator für eine notwendige und gut durchgeführte Reorganisation ist, dass die Leistung der Unternehmung nach der Umstrukturierung viel höher ist als vorher. Ein gutes Management verfolgt dennoch weiterhin die Effektivität der Unternehmung und ist auf schwierige Situationen vorbereitet. 

Text: Laura Knappmann / Quelle: Malik (2000): Führen, Leisten, Leben / Bild: AdobeStock

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