Aufgaben wirksamer Unternehmensführung (Teil 5) - Kontrolle muss sein

von Peter Knappmann, 06.06.2018

Zu Beginn dieses Artikels habe ich direkt einige Fragen an Sie: Kontrollieren Sie gerne und werden Sie gerne kontrolliert? Wie fühlt sich Kontrolle an? Ständig überwacht, eingeengt und unmotiviert? Kontrolle ist ein müßiger und vor allem undankbarer Job.

Auch, wenn das vielen Führungskräften unterstellt wird, die meisten von Ihnen kontrollieren nicht gerne. Dennoch, Kontrolle ist ein wichtiger Bestandteil eines qualitativen Managements. Kontrolle muss sein! Selbst dann, wenn Sie einem Mitarbeiter Freiraum geben, müssen Sie kontrollieren, dass dieser auch genutzt wird. Auch, wenn Sie Ihre Mitarbeiter in die Lage versetzen Selbstkontrolle auszuüben, beseitigt das nicht die Notwendigkeit einer Kontrolle. Denn dann müssen Sie wiederum kontrollieren, ob die Menschen sich wirklich und wirksam selbst kontrollieren.

Wie Sie sehen, kommen Sie um Kontrolle nicht herum. Daher geht es in diesem Blogpost nicht darum, ob man kontrollieren sollte, sondern wie Sie am besten kontrollieren können.

Vertrauen spielt hier eine besonders wichtige Rolle. Haben Sie Vertrauen in Ihre Mitarbeiter, ihre Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Die Grundlage von Kontrolle muss Vertrauen sein! Stellen Sie dabei sicher, dass Ihre Mitarbeiter dennoch wissen, dass Sie dahinterkommen, wenn das Vertrauen missbraucht wird und dass dies nicht verhandelbare Folgen nach sich zieht.

Das nötige Minimum an Kontrollgrößen

Stellen Sie sicher, dass Sie den richtigen Ansatz verfolgen. Es geht nicht darum, alle Dinge zu kontrollieren. Kontrollieren Sie nur bedeutende Dinge, um dennoch ausreichend gerechtfertigtes Vertrauen haben zu können, dass nichts Wesentliches aus dem Ruder läuft. Ziehen Sie zur Qualitätssicherung, wenn möglich, Stichproben heran.

Aktionsorientierte Kontrolle

Richten Sie Ihre Art der Kontrolle auf die Verhaltenssteuerung Ihrer Mitarbeiter. Was sollen die Leute tun? Sammeln Sie nicht unendliche Informationen, die Sie letztendlich gar nicht brauchen und Ihre Mitarbeiter nur unnötig demotivieren. Nehmen Sie unbedingt Abstand von einer Totalüberwachung!

Niemand mag negative Überraschungen

Eine wirksame Kontrolle führt dazu, dass keiner Ihrer Mitarbeiter Probleme verheimlichen muss, bis diese plötzlich auch für den Chef überraschend und manchmal zu spät sichtbar werden. Die Maxime Ihrer Mitarbeiter sollte so sein, dass diese beim ersten erkennbaren Anzeichen bereits der Führung über das Problem berichten.

Dinge bleiben nur unerledigt, wenn Sie das entscheiden

Gewöhnen Sie Ihre Umgebung daran, dass Sie nichts von dem, was vereinbart ist, vergessen oder übersehen. Die Pendenzen, unerledigte Angelegenheiten, bleiben somit nicht unerledigt, weil Sie vergessen wurden. Ob etwas erledigt werden soll, entscheiden Sie als Führungskraft.

Verlassen Sie sich nicht auf Berichte

Gehen Sie an den Ort des Geschehens, stellen Sie Fragen, lassen Sie sich die Situation beschreiben und vergewissern Sie sich somit selbst. Ihre persönliche Anwesenheit kann der Situation noch mehr Gewicht verleihen und erzielt auch andere positive Nebeneffekte, wie die Vermittlung eines besonderen Interesses.

Individuelle Kontrolle

Selbst wenn Ihnen im Rahmen der Kontrolle Dinge auffallen, die nicht erwartungskonform sind, ist es nicht immer richtig sofort zu reagieren. Es gibt die Situationen, in denen man unverzüglich handeln muss und es gibt die Situationen, die alleine wieder ins Lot kommen oder Sie aus der Distanz mithelfen, ohne eine große Sache daraus zu machen. Zudem muss Ihre Kontrolle auf die Einzelperson zugeschnitten sein, abhängig von dessen Bewährungsprobe im Unternehmen und der gegenseitigen Beziehung.

Messen und urteilen Sie! Das sollten die Prinzipien Ihrer Kontrolle sein. Mithilfe Ihrer Urteilskraft und auf Basis Ihrer Erfahrung können Sie Probleme aus der Welt schaffen. Das Handeln oder nicht Handeln läuft dennoch immer auf eine Entscheidung hinaus. Verzichten Sie nie auf Kontrolle und messen Sie dort, wo immer Sie messen können. Wo Sie nicht messen können, vertrauen Sie auf Ihr Urteilsvermögen sowie auf Ihre Erfahrung, Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

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