Befall durch Stammschädlinge – Der Eichensplintkäfer

von Franziska Hübner, 20.02.2019

Pflanzenschutz, Artenschutz, die Bedrohung von Flora und Fauna – die Sorgen sind groß, das Wissen und das Erkennen der Zusammenhänge klein. So bedroht das vermehrte Auftreten von Schädlingen u. a. den Baumbestand, was wiederum Auswirkungen auf die Kohlenstoffspeicherung hat. Die durch den Klimawandel extremen Witterungsverhältnisse halten Schädlinge dazu an, bestimmte Gattungen zu befallen, um diese als Wirt zu benutzen. Beispielsweise tritt nach warmen und heißen Trockenphasen ein zunehmender Befall durch Stammschädlinge auf. Käfer befallen die, durch die Witterungsverhältnisse geschwächten, vorgeschädigten oder alten Bäume, wohingegen gesunde Bäume eher weniger befallen werden. Im Folgenden wollen wir Ihnen den Eichensplintkäfer vorstellen, an welchen Merkmalen Sie ihn erkennen und welche Gegenmaßnahmen Sie ergreifen können.

Wie es der Name schon verrät handelt es sich bei dem Eichensplintkäfer um einen Schädling, der gerne Eichen-Arten (Quercus) in Europa befällt. Als eine Unterart des Borkenkäfers (Scolytinae) ist er wirtsspezifisch und befällt nur eine Gattung. Der Eichensplintkäfer ist ein 2,5 bis 4 mm langer Rüsselkäfer (Curculionidae) mit einem schwarz gefärbten, walzenförmigen Körper, rot gefärbten Flügeldecken und gelbroten Fühlern sowie Beinen. Der Käfer legt seine Brutsysteme in der Rinde der Wirtsbäume an. Befallen wird sowohl das Stammholz als auch das Astmaterial. Die Larven entwickeln sich über den Winter hinweg zu Käfern, welche ihre Hauptflugzeit im Mai und Juni haben, wo sie zum Reifungsfraß in der Eichenkrone und Neubefall der Rinde übergehen. Der Befall an sich ist nicht leicht zu erkennen, zeichnet sich aber durch bis zu 3 cm kurzen und querliegenden Gängen in der Rinde aus. Die Ausfluglöcher der Käfer sind kreisrund. Es kommt zu einer Ausbildung von ein bis zwei Generationen Eichensplintkäfer im Jahr.

Der Eichensplintkäfer kann auch leicht mit dem Eichenprachtkäfer (Agrilus biguttatus) verwechselt werden. Allerdings sind dessen Fressgänge geschlängelt, bis 3,5 mm breit und die Ausfluglöcher sind nicht kreisrund, sondern einseitig oval.

Das befallene Material sollten Sie rechtzeitig entfernen oder Häckseln, um den Befallsdruck auf weitere geschwächte Eichen zu reduzieren. Zudem sollten Sie darauf achten, dass die Arbeiten bis April abgeschlossen sind. Auch eine chemische Bekämpfung des Käfers ist möglich. Die Anwendung der entsprechenden Mittel sollte vor dem Flug und entsprechend der Gebrauchsanleitung erfolgen. Allerdings darf das Spritzmittel nur mit einem speziellem Spritzmittel-Nachweis ausgebracht werden.

Wenden Sie sich zur Beratung als auch zur Maßnahmenergreifung gerne an unsere geprüften Spezialisten bei KNAPPMANN, die über einen Pflanzenschutz-Sachkundenachweis verfügen.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

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