Braune Kastanienblätter im Sommer – Ursache und Lösung des Mottenproblems

von Franziska Hübner, 02.11.2017

Es lässt sich oft beobachten, dass Kastanien braune Blätter bekommen, obwohl alle anderen Pflanzen noch grün sind und blühen. Doch, warum sehen die Kastanien im Sommer manchmal schon nach Herbst aus?

Die Rosskastanienminiermotte
Die Ursache geht von der Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella), einem etwa 3mm großen Kleinschmetterling, aus, die sich fast ausschließlich in den Blättern der weißblühenden gewöhnlichen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) entwickelt. Die Motte legt ihre Eier auf den Blattoberseiten ab, wo sich die geschlüpften Larven von den Blättern ernähren. Sie fressen sich in kleinen Gängen durch das Blatt, so dass das Blatt ausgehöhlt wird und sich braun verfärbt. Die Motte entwickelt sich vom Ei bis zum Falter je nach Witterung in etwa 7 Wochen und innerhalb eines Jahres bilden sich bis zu drei aufeinanderfolgende Generationen. Die Puppen der letzten Generation überwintern im Herbstlaub und schlüpfen im nächsten Frühjahr.

Bekämpfungsmöglichkeiten
Da die Rosskastanienminiermotte erst seit einigen Jahren in Deutschland und Europa vorzufinden ist, gibt es bisher keine natürlichen (Fress-)Feinde.
Mittels chemischer Präparate bestehen einige Bekämpfungsmöglichkeiten des Schädlings. Beispielsweise verhindert das für Menschen, Haustiere, Vögel und Nutzinsekten ungefährliche Präparat Dimilin das Schlüpfen der Larven und tötet bereits geschlüpfte Larven ab. Die Spritzung sollte kurz vor der ersten Rosskastanienblüte im April/Mai erfolgen.
Kastanien sind oft in öffentlich zugänglichen Bereichen, wie z. B. in Parks, Alleen oder Biergärten, vorzufinden, so dass an diesen Orten eine chemische Bekämpfung der Rosskastanienminiermotte schwierig ist. Eine alternative Möglichkeit ist die Laubsammlung und -verbrennung, um so die Überwinterung der Motten im Laub zu verhindern. Letzteres ist zwingend notwendig, da die Puppen bei der alleinigen Entsorgung auf den Kompost weiterleben würden. Die Laubsammlung und -verbrennung ist eine sehr mühsame Arbeit und leider auch nicht überall erlaubt. Zudem muss der Vernichtungsprozess jährlich wiederholt werden.

Neupflanzung anderer Kastaniensorten
Die Rosskastanienminiermotte sorgt vor allen für ein ästhetisches Problem. Die befallenen Bäume sterben nicht ab, sehen allerdings krank und verwelkt aus. Deshalb sollte der vorhandene Bestand mit den beschriebenen Bekämpfungsmaßnahmen behandelt werden. Bei Neupflanzungen wird die Pflanzung anderer Kastaniensorten empfohlen, da bisher lediglich die weißblühende Rosskastanie von der Mottenplage befallen ist.

Text: Lena Knappmann

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