Darf es ein bisschen mehr Grün sein? – Die intensive Dachbegrünung

von Joost Wooning, 10.07.2019

Tagtäglich schwinden natürliche Räume und werden durch Wohnanlagen und Neubaugebiete ersetzt. Wie schaffen wir es die Natur zu erhalten, wo der Bauboom immer mehr natürliche Flächen wegnimmt? Meint man, dass vermeidlich der natürliche Raum verloren geht, stimmt das nur nominal. Denn durch die intensive Dachbegrünung kann der Natur ihr Eigen wieder zurückgegeben werden. Außerdem ist moderner Städtebau ohne intenisve Dachbegrünung mittlerweile weder denkbar noch realisierbar.

In meinem letzten Blogpost, indem es um das Thema extensive Dachbegrünung ging, wurde der Einsatzbereich auf Flachdächern thematisiert. Wenn wir hier von Dächern sprechen, handelt es sich in der Regel um überbaute und begrünte Tiefgaragendächer, die im Alltag gar nicht wahrgenommen werden.

Im heutigen Blogpost wollen wir die intensive Dachbegrünung näher erläutern, die sich vor allem durch den Schichtenaufbau unterscheidet. Hier wird im Wesentlichen mit Drainschicht und Unter- und Obersubstrat sowie einer Schichtstärke von über 50 cm gearbeitet. Durch den Aufbau besteht die Möglichkeiten, Wege, Park- und Gartenanlagen auf Dächern sowie in der Natur bzw. freien Fläche zu bauen. Da die intensive Dachbegrünung mit ebenerdigen Gärten zu vergleichen ist, wird sie auch als Dachgarten bezeichnet. Beispielsweise können aufwendige Begrünungen mit Stauden, Sträuchern, Rasenflächen oder sogar Bäumen angelegt werden. Solange die Dachneigung 0-5° beträgt, werden den Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten dabei keine Grenzen gesetzt.

Aufgrund der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und der parkähnlichen Ausbildung kommt es allerdings auch zu hohen Ansprüchen bei der Pflege bzw. bei der Wasser- und Nährstoffversorgung. Die Pflegemaßnahmen müssen daher immer objektbezogen angepasst werden. Die intensive Dachbegrünung stellt einen zusätzlichen Wohnraum dar und kann als eine begehbare grüne Oase angesehen werden, die beispielsweise von Mitarbeitern als Pausen- und Rückzugsräume genutzt werden kann.

Da vor allem in Ballungszentren freie Bauplätze rar sind, ist es besonders vorteilhaft für Investoren, dass der Baugrund für diese weitere Nutzfläche auf dem Dach kostenlos ist, da diese schon ebenerdig bezahlt wurde und auf dem Dach nur eine Zweitnutzung in Anspruch genommen wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dachbegrünungen sich sowohl ökologisch, als auch ökonomisch rechnen. Vielleicht schauen Sie sich künftig einfach mal neue Bauprojekte an und gehen auf die Suche, ob sie eine intensive Dachbegrünung finden? Sie werden merken, sie unterscheidet sich nicht mehr wirklich von der Natur.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

Zurück zur Hauptübersicht