Die zweite Führungsebene als entscheidender Multiplikator für den Unternehmenserfolg

von Laura Knappmann, 02.05.2018

Der Faktor Mensch als Erfolgsgeber und -nehmer

Neue, zukunftsorientierte Ideen und Ziele, exzellente Strategien, schlanke Strukturen, effiziente Prozesse und eine wertorientierte Unternehmenskultur: Das Idealbild des perfekten Unternehmens und Dinge, die den Unternehmer tagtäglich beschäftigen.

Doch woran scheitert oftmals die Umsetzung dieses Traum-Unternehmens? Was sind die wesentlichen Bausteine, die ein Unternehmen in diesen Zustand versetzen können?

Es ist der Faktor Mensch – und zwar sowohl der Unternehmer als auch seine Führungskräfte und Mitarbeiter. Denn das Geheimnis eines erfolgreichen Unternehmens, sind die Menschen, die dort arbeiten und sich jeden Tag aufs Neue für das Unternehmen entscheiden und einsetzen.

Ich möchte unterstellen, dass jeder Unternehmer den idealisierten Zustand seines Unternehmens kennt. Doch ist auch jeder Unternehmer dazu in der Lage diesen an seine Mitarbeiter weiterzugeben bzw. die dafür richtigen Mitarbeiter in sein Team zu holen? Vision, Ziele, Strukturen und Strategien können noch so perfekt sein. Wenn die Menschen, die diese leben und umsetzen sollen, nicht zu 150 % dahinter stehen, handelt es sich bloß um eine leere Hülle und „Geschwafel“.

Natürlich hängt vieles vom Unternehmer selbst und seiner Fähigkeit andere zu führen und zu begeistern ab. Ich möchte im Folgenden allerdings auf die Rolle der zweiten Führungsebene in diesem Zusammenhang eingehen. Was für Menschen brauchen wir an dieser Stelle?

Die wichtigste Schnittstelle im Unternehmen

Meiner Meinung nach ist die zweite Führungsebene eines Unternehmens genauso wichtig wie der Unternehmer bzw. die Unternehmensführung selbst.

Denn die zweite Führungsebene ist die relevante Schnittstelle im Unternehmen zwischen der Unternehmensführung und der Belegschaft. Denn sie

  • transportiert Informationen und Stimmungen von oben nach unten und umgekehrt,
  • spiegelt die Unternehmenswerte und –kultur gegenüber Mitarbeitern und Kunden und lebt diese in das Unternehmen hinein (und hinaus),
  • ist der Alarmmelder für positive und negative Stimmungen im Unternehmen und der direkte Ansprechpartner und ggf. auch Friedensstifter
  • ist das Aushängeschild des Unternehmens gegenüber Kunden, Lieferanten, potenziellen Mitarbeitern und anderen Interessenten.

Alles in allem ist die zweite Führungsebene das Spiegelbild des Unternehmens und somit der wichtigste und entscheidende Faktor für den Unternehmenserfolg.

Begeisterte Mitarbeiter als Schlüssel zum Erfolg

Was für Menschen brauchen wir also nun auf diesen Positionen? Wer ist fachlich und menschlich dazu in der Lage die o.g. Punkte zu erfüllen und umzusetzen? Das entscheidende dabei ist nicht die besondere fachliche Qualifikation oder der Nachweis über das zehnte besuchte Seminar zum Thema Mitarbeitermotivation. Entscheidend sind auch nicht die Führungsqualitäten oder der besonders tolle  Umgang mit dem Kunden.

Entscheidend ist das grundsätzliche Bewusstsein dieser Personen über ihr Leben und dessen Inhalte. Ist die Person grundsätzlich positiv oder negativ gestimmt? Wie geht sie mit Problemen, aber auch Erfolgen um? Was motiviert diese Person jeden Tag aufs Neue? Denn zum Leben gehört auch das Thema Arbeit – immerhin verbringen wir in unserem Leben mehr Zeit mit Arbeiten als mit Freizeit. Das Bewusstsein, dass Arbeiten zum Leben gehört, dass Arbeiten Spaß machen sollte und dass Arbeiten auch mehr als nur Arbeiten sein kann, ist die Grundvoraussetzung.

Denn nur Mitarbeiter, die in dem Bewusstsein leben und begeistert von ihrem Leben sind, verfügen auch über die richtige Einstellung und das dementsprechende Verhalten.

Wir brauchen begeisterte Menschen

Was ich damit sagen möchte ist, dass wir in der zweiten Führungsebene begeisterte Menschen brauchen.

Wir brauchen Menschen, die "Bock haben", d.h. die Lust auf die Arbeit am und im Unternehmen haben, die das Unternehmen und sich selbst weiterentwickeln möchten. Wir brauchen Menschen, die zu 200 % hinter dem Unternehmen stehen und dies auch gegenüber Mitarbeitern und Kunden so vertreten. Wir brauchen Menschen, die ihre Arbeit nicht als „Nine to five-Job“ ansehen, sondern mehr wollen und sich auch dafür einsetzen. Wir brauchen Menschen, die durch ihre Begeisterung andere begeistern.

Denn wenn unsere Mitarbeiter in der zweiten Führungsebene begeistert sind, dann werden sie diese Begeisterung auch nach innen und außen weitergeben und das Unternehmen profitiert in jeder Hinsicht.

Raus aus der Traumwelt und back to reality

Das hat sich jetzt alles sehr euphorisch angehört und uns kurz in die scheinbar perfekte Welt des Silicon Valley versetzt. Aber back to reality, wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus?

Natürlich ist das alles leichter gesagt als getan. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass das innere private Bewusstsein eines Menschen entscheidend für seinen persönlichen und beruflichen Erfolg ist. Und diese Tatsache ist nichts was man mal eben aufsetzen und zum Feierabend wieder ablegen kann. Nein, es ist die eigene persönliche Einstellung zu sich selbst und seinem Leben.

Was bedeutet das nun für Ihr Unternehmen? Haben Sie sich schon einmal damit auseinander gesetzt? Haben Sie Ihre Führungsmannschaft schon einmal unter solch einem Aspekt analysiert? Sind Ihre Führungskräfte begeistert? Falls nein, woran liegt das? Liegt es an den Mitarbeitern oder könnte es auch an Ihnen liegen?

Denn eins ist unbestreitbar. Sie können von Ihrer zweiten Führungsebene nicht etwas erwarten, was Sie selbst nicht ausstrahlen. Deshalb nun die Frage an Sie: Sind Sie begeistert?

Text: Laura Knappmann / Bild: AdobeStock

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