Digitale Geländemodelle (DGM) in visueller Darstellung – Nutzen für Kunden und Maschinisten

von Christof Steinhoff, 04.09.2019

Große Bauvorhaben im Landschaftsbau können nicht nur unübersichtlich sein und eine lange Laufzeit haben, sondern auch sehr komplex in Bezug auf die Art der Arbeit. Eine Baustelle im Kopf vorzuplanen und die Abläufe zu koordinieren ist eine Sache, sich bildlich vorzustellen wie aber z.B. ein modellierter Erdhügel oder sich kreuzende Leitungsgräben zueinander passen, eine ganz andere.

Digitale Geländemodelle (DGM) können auch hier Abhilfe schaffen. Zur Erinnerung, diese Modelle werden am Computer erstellt und können auf 2D- und 3D-Steuerungen in Maschinen eingesetzt werden und so höchst genaue Arbeiten verrichten. Ein DGM zu visualisieren, also für den Betrachter optisch sichtbar zu machen, dauert am Computer nur wenige Minuten. Der Nutzen für die Baustelle kann jedoch deutlich höher sein. Grundsätzlich ist ein visualisiertes DGM nur sinnvoll, wenn auch dementsprechende Höhenunterschiede oder -versprünge bzw. aufwändige Geländemodellierungen im Projekt anfallen, die man sich nur schwer vorstellen kann.

Nutzen für das ausführende Unternehmen

Ein solcher, sehr vereinfachter Ausschnitt eines DGMs kann in ausgedruckter Form oder als Foto auf dem Handy vor allem dem Maschinenführer, der diesen Bereich bearbeitet, helfen sich besser zu orientieren und eine gewisse Vorstellung der späteren Geländemodellierung zu erhalten. Versehen mit diversen Zusatzinformationen, wie beispielsweise Höheninformationen, Besonderheiten im Gelände oder Leitungskreuzungen, wo besondere Vorsicht geboten ist, bekommt der Maschinist neben seiner digitalen 3D-Steuerung ein ganzheitliches Informationspaket an die Hand und kann somit noch selbstständiger und effizienter arbeiten. Jede kleine und noch so unscheinbare Information kann dabei hilfreich sein, den Arbeitsprozess zu verbessern.

Nutzen für den Auftraggeber

Auf der anderen Seite steht der Auftraggeber, der ebenfalls von einer Visualisierung profitieren kann. Er kann sich mit Hilfe seiner Vorstellungskraft ebenso ein Bild der späteren Modellierung des jeweiligen Geländes machen und gegebenenfalls noch Änderungen vornehmen. Ein täuschend echtes 3D-Modell mit Schraffuren, Pflanzen, Ausstattung und anderen Objekten ist mit einem reinen DGM natürlich nicht möglich, es könnte aber die Grundlage für weitere Bearbeitungen des Modells mit Hilfe von anderen Programmen sein. Am Ende dieser Kette steht dann ein fertiges Projekt als 3D-Modell, welches mit Hilfe von Virtual Reality (VR) oder Augumented Reality (AR) dem Auftraggeber präsentiert werden kann. Und das bereits vor dem eigentlichen Baustart.

Welche Erkenntnis kann man also daraus entnehmen?

Einen Nutzen eines visualisierten DGMs erhält in erster Linie der Auftragnehmer, bzw. der für ihn tätige Maschinist oder Vorarbeiter. In Zeiten, wo optimierte Bauprozesse sowohl in der Arbeitsvorbereitung als auch im Bauablauf über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können, ist dies ein nützliches Tool zur Optimierung, welches letztendlich auch dem Bauherrn zugute kommt, da sich durch ein effizienteres Arbeiten Zeiten und Kosten minimieren.

Für Auftraggeber kann das DGM ein erster Schritt zur virtuellen Projektbegehung sein. Nicht zuletzt kann dadurch die gesamte Projektabwicklung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer positiv beeinflusst werden.

Wir sind gespannt auf die digitale Zukunft im Landschaftsbau und der gesamten Baubranche!

Text: Christof Steinhoff / Bild: AdobeStock, Christof Steinhoff

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