Ideen und Tipps für den eigenen Kräutergarten

von Alexander Pabst, 26.06.2019  

Frische Kräuter runden jedes Gericht ab und verleihen die extra Portion Geschmack! Genau aus diesem Grund finden wir in den meisten Gärten oder auf den meisten Balkonen und sogar in vielen Küchen einen Kräutergarten. Bei der Anlage dieser mangelt es des Öfteren an Ideen und an der Kenntnis darüber, welche Kräuter zu welchem Standort passen. Zudem ist bei den kleinen Küchengärten häufig unklar, welche Kräuter auf engstem Raum gedeihen können. In diesem Blogpost möchten wir Ihnen eine kurze Einführung in die Welt der Kräuter geben und Ihnen sowohl eine Anleitung als auch Tipps für die Kräuterauswahl mitgeben.  

1. Auswahl der Kräuter

Wenn Sie sich intensiv mit dem Thema Kräuter beschäftigen, werden Sie schnell feststellen, dass die Auswahl sehr groß ist. Bei mehr als 1.000 verschiedenen Kräutern, die ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Standortansprüche haben sowie auch nicht alle Kräuter miteinander harmonieren, sollten Sie eine geeignete Vorauswahl treffen. Überlegen Sie sich, welche Art von Kräutern Sie verwenden und kultivieren möchten. Sollten es beispielsweise nur die gebräuchlichen Küchen, oder auch Heilkräuter sein?  

2. Standort und Anlage des Kräutergartens

Zum Anlegen eines Kräutergartens benötigen Sie nicht zwangsläufig viel Platz bzw. einen Garten. Bereits ein Pflanzkübel kann je nach Anzahl der gewünschten Kräuter eine ausreichende Ernte bescheren. Im Allgemeinen bevorzugen die meisten Kräuterpflanzen einen sonnigen Standort oder Halbschatten. Einige kommen aber auch mit schattigen Plätzen gut zurecht. Ähnlich verhält es sich auch mit den Wasserverhältnissen. Die einen benötigen viel, andere Kräuter wiederum lieben die Trockenheit. Staunässe wiederum sollten Sie auf jeden Fall vermeiden, da sie fast immer zur Pflanzenschädigung führt. Neben den Licht- und Wasserverhältnissen sind auch die Bodenverhältnisse ausschlaggebend für einen langanhaltenden Erfolg. Grundsätzlich unterscheiden wir dabei in nährstoffreiche, humose und nährstoffarme, sandige Böden. Außerdem besagt eine Faustregel, dass einjährige sich eher mit einjährigen und mehrjährige eher mit mehrjährigen Kräutern vertragen. So wird auch verhindert, dass große Kahlstellen innerhalb eines Beetes entstehen, welche später nur schwer zu schließen sind.  

3. Die Kräuterspirale

Für das Anlegen eines abwechslungsreichen Kräuterbeetes eignet sich besonders die klassische Kräuterspirale. In ihr können die unterschiedlichen Lebensbedingungen am besten auf engstem Raum nachempfunden werden. So können in die verschiedenen Ebenen und Bereiche unterschiedlicher Boden oder Substratgemische eingebaut werden sowie die Lichtverhältnisse gesteuert werden. Beispielsweise können höher wachsende Pflanzen niedrigere Pflanzen beschatten oder Sie können die Pflanzen auf die sonnenabgewandte Seite pflanzen. Auch werden höher liegende Bereiche eher trockene Standorte hervorbringen als die unteren Bereiche.  

4. Die Pflanz- und Saatzeit

Bei der Aussaat sollten Sie zwischen einjährigen und mehrjährigen Kräutern unterscheiden. Einjährige Kräuter sollten Sie am besten im Frühjahr nach den Bodenfrösten direkt ins Freiland aussäen oder in Frühbeeten vorziehen. Mehrjährige Kräuter sollten Sie dagegen im Spätsommer aussäen. Bereist vorkultivierte Kräuterpflanzen können Sie dagegen das ganze Jahr oder allesamt im Frühjahr ins Kräuterbeet pflanzen. Diese sollten Sie dann im Abstand von ca. 15 cm zueinander setzen damit sie sich frei entwickeln und gut gedeihen können.  

5. Pflege des Kräutergartens

Der beste Zeitpunkt zum Wässern Ihrer Kräuter ist der frühe Vormittag bevor die Sonne auf das Beet scheint, oder der späte Nachmittag oder frühe Abend. So können Sie verhindern, dass die Pflanzen verbrennen oder es durch lang an den Blättern haftendes Wasser zu Fäulnis oder Pilzbefall kommt. Dabei sollten Sie die Wassermenge den jeweiligen Kräutern und den Wetterverhältnissen anpassen. Wildwuchs sollten Sie entfernen und den umliegenden Boden lockern, damit den gewünschten Pflanzen nicht unnötig die Nährstoffe entzogen und damit das benötigte Wasser direkt sowie gleichmäßig an die Wurzel geführt werden kann. Durch das Vermeiden von Konkurrenzstress verhindern Sie auch die Gefahr der Schädigung durch Krankheiten. Die Düngung sollte ausschließlich mit organischem Dünger erfolgen, da sich mit chemischem Dünger der Geschmack der Kräuter negativ verändern kann. Die Häufigkeit und Menge der Düngung erfolgen individuell an die Gegebenheiten der Pflanze angepasst.  

6. Ernte des Kräutergartens

Ihre Kräuter sollten Sie grundsätzlich immer frisch ernten und verarbeiten, da sie so ihr volles Aroma beibehalten und abgeben können. Dabei sollten Sie darauf achten, nicht mehr als 10 % der Pflanze pro Woche abzuernten. Denn wenn Sie mehr als die genannte Prozentzahl ernten, kann es zu einer dauerhaften Schädigung der Pflanze kommen. Bei großen Beständen oder bei einjährigen Kräutern zum Ende der Saison, können Sie diese großzügig abernten, trocknen und sogar einfrieren.  

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Anlegen Ihres Kräutergartens und geschmacksintensive Gerichte.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

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