So begeistern Sie Ihre Mitarbeiter für sich und Ihr Unternehmen

von Laura Knappmann, 01.08.2018

Erinnern Sie sich noch an meinen Artikel Die zweite Führungsebene als entscheidender Multiplikator für den Unternehmenserfolg? Die Kernaussage meines Beitrages war, dass die (persönlich und beruflich) begeisterten Mitarbeiter besonders wertvoll für ein Unternehmen sind, weil sie durch ihre Begeisterung positiv zum Erfolg und Betriebsklima beitragen.

Die wichtigste Voraussetzung für diese Begeisterung ist die intrinsische Motivation und positive Einstellung zum eigenen Leben und zu sich selbst. Doch auch externe Faktoren beeinflussen die Motivation und Begeisterung Ihrer Mitarbeiter. Was sollte ein Unternehmen also tun, damit die Mitarbeiter begeistert werden und vor allem bleiben?

Im Folgenden möchte ich Ihnen dazu einige Tipps mitgeben.

1. Klare Aufgaben, Strukturen und Prozesse

Klare und transparente Strukturen, definierte Prozesse, klar zugeordnete Aufgaben – das klingt einfach, ist es aber nicht.

Man mag es nicht glauben, aber diese Dinge bilden die Basis eines jeden Unternehmens. Stimmen die internen Strukturen und Prozesse nicht, sind die Abläufe eines Unternehmens oft chaotisch und „jeder macht wie er meint“. Manche Mitarbeiter können mit solch einer Situation gut umgehen und für andere ist es die reinste Katastrophe. Doch egal welcher Typ Mensch betroffen ist, solch ein System schürt dennoch bei jedem eine gewissen Unzufriedenheit und Orientierungslosigkeit.

Klare Aufgaben, Strukturen und Prozesse hingegen schaffen Orientierung und geben Sicherheit sowie Zufriedenheit.

2. Optimales Arbeitsumfeld

Neben den genannten Dingen ist auch ein optimales Arbeitsumfeld, d.h. ein Arbeitsplatz und eine Umgebung, in der sich Mitarbeiter wohl fühlen, von hoher Wichtigkeit. Dazu zählen sowohl die optische Gestaltung des individuellen Arbeitsplatzes und -umfeldes, als auch emotionale Einflüsse. Ein attraktiver und moderner Arbeitsplatz ist dabei genauso wichtig, wie ein gut funktionierendes Team.

Versuchen Sie Ihren Mitarbeitern verschiedene Möglichkeit zum Arbeiten zu bieten, wie z.B. Meetingräume, Ruhezonen für konzentrierte Tätigkeiten oder einen Ort an dem man auch mal abschalten und Pause machen kann.

Eine Vielfalt an Arbeitsmöglichkeiten beeinflusst die Produktivität und Kreativität Ihres Teams und steigert Ihren Unternehmenserfolg.

3. Lob und Anerkennung

Leider geraten Lob und Anerkennung im operativen Arbeitsalltag leicht in Vergessenheit. Dabei ist ein kontinuierliches Feedback über die Leistung, ein wesentlicher Bestandteil der Mitarbeitermotivation und –zufriedenheit.

Auch private Gespräche und das (nicht nur berufliche) Interesse an den Menschen in unserer Umgebung, ist eine Form von Anerkennung. Gehen Sie auch mal auf Ihre Mitarbeiter zu und kommen Sie mit ihnen ins Gespräch. Oft ist das echte Interesse am Gegenüber mehr wert, als ein nicht ganz erstgemeintes Lob. Und erkennen Sie auch die kleinen Erfolge an. Ein kurzes „super gemacht“ oder „danke dafür“, sollten Sie regelmäßig kommunizieren, denn nicht nur die großen Erfolge sind wichtig und erwähnenswert!

Genauso wichtig ist es auch Mitarbeitern Perspektiven aufzuzeigen. Was können Sie bei Ihnen erreichen? Wo führt der Weg hin? Sie glauben gar nicht, wie motiviert Mitarbeiter sein können, wenn Sie auf ein berufliches Ziel hinarbeiten.

4. Offene und ehrliche Kommunikation

„Ich dachte, dass müsste so gemacht werden“ oder „Ich dachte, dass haben wir geklärt“. NEIN, nicht denken sondern reden!

Auch wenn Sie meinen, dass manches überflüssig ist, kommunizieren Sie trotzdem. Oft sind es unsere eigenen Gedanken, die uns betrügen. Denn meistens denkt der Mensch, dass alle in seiner Umgebung doch dieselben Gedanken haben müssen wie er selbst. Das ist ein Irrglaube, denn Kommunikation ist das A und O!

Also sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern. Besprechen Sie Aufgaben detailliert und stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter Ihr Anliegen verstanden haben.

Zu Kommunikation gehört auch ehrliche Kritik. Positive und auch negative Kritik sind wichtig für die kontinuierliche Weiterentwicklung von Mitarbeitern. Das hat übrigens auch etwas mit Wertschätzung zu tun.

5. Mitarbeiterbedürfnisse erkennen

Haben Sie sich darüber schon einmal Gedanken gemacht? Als Arbeitgeber hat man viel zu oft die Arbeitgeberbrille auf und versetzt sich zu wenig in die Bedürfnisse und Anliegen der eigenen Mitarbeiter.

Setzen Sie doch mal die Arbeitnehmerbrille auf und überlegen Sie welche Bedürfnisse Sie hätten bzw. was Sie sich von Ihrem Arbeitgeber wünschen würden. Wenn es Ihnen schwer fällt diese Brille aufzusetzen, könnten Sie auch eine Mitarbeiterumfrage durchführen, um die Stimmung Ihrer Mitarbeiter zu analysieren.

Oft kann man mit Kleinigkeiten nämlich ziemlich viel bewirken. Wie wäre es z.B. mal mit einer Runde Eis für alle bei dem heißen Wetter?

Denken Sie immer daran, zufriedene Mitarbeiter sind produktive Mitarbeiter und Mitarbeiter, die gerne und langfristig bei Ihnen arbeiten werden.

6. Arbeitgeberattraktivität

Das führt uns auch direkt zum nächsten Punkt. Warum entscheiden sich Menschen dazu bei Ihnen zu arbeiten? Sind Sie ein attraktiver Arbeitgeber? Tun Sie viel für Ihr Unternehmen? Wie ist Ihre Unternehmenskultur? Haben Sie in positives Betriebsklima und eine gute Teamarbeit?

Wenn ja, dann Daumen hoch! Wenn nein, dann sollten Sie mehr dafür tun und das auch kommunizieren. Denn wie heißt es so schön: Tue Gutes und sprich darüber!

Kommunizieren Sie Ihre guten Taten und bauen Sie so Ihre Arbeitgeberattraktivität aus. Gerade in den aktuellen Zeiten des Fachkräftemangels, sollten Sie viel dafür tun, um ein „chosen employer“, d.h. ein Arbeitgeber der Wahl zu sein!

Und das Beste was Ihnen dann passieren kann ist, dass Ihre eigenen Mitarbeiter begeistert von Ihrem Unternehmen erzählen und somit bei anderen potenziellen Mitarbeitern vielleicht das Bedürfnis wecken, auch bei Ihnen, dem tollsten Arbeitgeber, arbeiten zu wollen :-)

 

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meinen Tipps ein paar Gedankenanstöße geben und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.

Text: Laura Knappmann / Bild: AdobeStock

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