So erkennen Sie, dass Ihr Rasen krank ist - Verschiedene Rasenkrankheiten im Überblick

von Franziska Hübner, 28.03.2018

Haben Sie auch schon den ersten Frühlingsregen gerochen? Sind Sie bereits früh morgens durch das Vogelgezwitscher aufgewacht? Es ist endlich wieder länger hell, immer mehr Menschen gehen wieder vor die Tür und den ersten Rasenmäher habe ich auch schon gehört. Haben Sie schon einen Blick in Ihren Garten geworfen? Denn häufig kommt der schöne und sattgrüne Rasen aus Ihrer Sommererinnerung etwas angeschlagen aus dem Winter zurück. Er erscheint gelblich oder sogar bräunlich und ist nicht schön anzusehen. Die Ursache liegt meistens in schweren Schnee- und verklebten Laubdecken, die zu den verschiedensten Rasenkrankheiten führen.

Ihr Rasen hat Hunger und sehnt sich nach einer guten Pflege, um wieder eine grüne Blattfarbe auszutragen. Bevor Sie jedoch beginnen ihn mit Dünger zu füttern und ihn für das Frühjahr fit zu machen, wollen wir Ihnen in diesem Beitrag einige Schadbilder und das Auftreten von Rasenkrankheiten erläutern sowie Ihnen vorbeugende Maßnahmen und Tipps zur Bekämpfung verraten.

Hexenringe (Marasmius oreades)
Die Hexenringe sind unschwer durch dunkelgrüne Ringe unterschiedlicher Größe zu erkennen. Innerhalb dieser Ringe ist häufig ein Absterben der Gräser zu beobachten und es können sich Hutpilze bilden. Hexenringe zeichnen sich auch durch den typischen Pilzgeruch aus und sind wasserabweisend, was zur Vertrocknung führt. Dieser Pilz kann sich ganzjährig bilden und lebt von der organischen Substanz im Boden. Es ist ratsam auf eine gute Durchdringung des Bodens zu achten, um eine ausgewogene Wässerung und Düngung durchführen zu können.

Rosaroter Schneeschimmel (Microdochium nivale)
Der rosarote Schneeschimmel zeichnet sich durch faulig-feuchte Flecken mit einer Größe von 5-25 cm aus. Die Flecken verlaufen nach und nach ineinander und sind in der Randzone häufig braun. Dieser Schneeschimmel bildet sich vor allem ab September bei Temperaturen von 0 - 8 °C unter Schneedecken und bei hoher Luftfeuchtigkeit. Zur Vorbeugung und Bekämpfung sollten Sie Laub- und Rasenschnitte stets entfernen, ausgewogen düngen und durch ein rechtzeitiges Vertikutieren für eine bessere Durchlüftung sorgen.

Typhula-Fäule/ Grauer Schneeschimmel (Typhula incarnata)
Die Typhula-Fäule zeichnet sich durch hellgraue bis braune Flecken mit einer Größe bis zu 50 cm aus. Dabei sind die Gräser meist verklebt und wirken trocken. Der graue Schneeschimmel bildet sich vor allem im Winter unter geschlossenen Schneedecken bei Temperaturen um 0 °C. Sowie beim vorgenannten rosarotem Schneeschimmel sollten Sie den Rasen stets von Laub- und Rasenschnitt befreien, ausgewogen düngen und durch ein rechtzeitiges Vertikutieren für eine bessere Durchlüftung sorgen.

Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis)
Die Rasenkrankheit Rotspitzigkeit zeichnet sich durch unregelmäßig gelblich ineinander verlaufende Flecken aus, wobei aus den befallenen Blätter ein geweihartiges rotes Gebilde (Stroma) wächst. Diese Krankheit tritt während der gesamten Vegetationsperiode auf, bevorzugt aber die Sommer- und Herbstmonate bei Temperaturen von 15 – 20 °C. Eine hohe Luftfeuchtigkeit fördert den Befall von mangelernährten Gräsern. Zur Bekämpfung reicht oft eine sofortige Düngung aus, da die befallenen Gräser durch die Krankheit nicht absterben, sondern wieder durchtreiben.

Wurzelfäule (Pythium ultimum)
Die Wurzelfäule zeichnet sich durch dunkle, meist braune unregelmäßige, auch streifige Flecken aus. Dadurch wirken die Gräser schleimig bis faulig und die Wurzeln sind braun, zerstört und lassen sich leicht herausziehen. Die Rasenkrankheit befällt vor allem geschwächte Gräser nach Trockenheit, Staunässe oder anhaltender Luftfeuchtigkeit und tritt vor allem im Sommer bei hohen Temperaturen auf. Hierbei sollten Sie wieder für eine gute Durchlüftung durch rechtzeitiges Vertikutieren sorgen, Nässe vermeiden, den Boden lockern und für eine ausgeglichene Nährstoffversorgung sorgen.

Ophiobolus Take-all-Patch (Gaeumanomyces graminis)
Zu Beginn dieser Rasenkrankheit zeigen sich unregelmäßige Flecken mit einer Größe von 5 – 10 cm. Es sind eingesunkene Stellen, die sich von dunkelgrün zu hellbraun bis rötlich verändern. Die Flecken bilden sich ringförmig aus und erscheinen Jahr für Jahr an der gleichen Stelle. Es kommt zu einem Stengel- und Wurzelbefall und im Zentrum des Rings erscheinen Unkräuter. Die Ursachen liegen in hoher Luftfeuchtigkeit, unregelmäßiger Nährstoffversorgung und Trockenstress in den Sommermonaten. Daher sind eine ausgewogene Nährstoffversorgung und die Beseitigung von Bodenverdichtungen u.a. geeignete Maßnahmen. Eine Nachsaat der befallenen Stellen ist durch eine Festuca rubra haltigen Mischung zu empfehlen. 

Brown Patch/ Yellow Patch (Rhizoctonia solani und Rhizoctonia cerealis)
Der Brown Patch zeichnet sich durch große braune Flecken mit einer Größe bis zu 100 cm aus. Die Färbung variiert von hellbraun bis rötlich und ist in der Randzone oft dunkler. Dieser Pilz bildet sich vor allem bei Temperaturen von 25 – 30 °C und tritt im Sommer auf. Beim Yellow Patch sind die Flecken dagegen heller bis gelblich und mehr fleckig. Er tritt eher im Frühjahr bei Temperaturen von 10 – 20 °C auf. Bei diesen Pilzen sollten Sie für eine gute Durchlüftung sorgen und zu häufiges Bewässern vermeiden.

Dollarflecken/ Dollarspot (Sclerotinia homoeocarpa)
Dollarflecken sind kleine, helle bis bleiche Flecken mit einer Größe von 1 - 3 cm. Diese Krankheit tritt vor allem bei hohen Temperaturen von 25 – 30 °C und kühlen Nächten mit Taubildung auf. Die Ursache liegt meistens in trockenen und nährstoffarmen Böden. Die vorbeugenden Maßnahmen liegen in einer ausreichenden Nährstoffversorgung und in einer ausgewogenen sowie durchdringenden Wässerung im Sommer (nicht abends). Eine ausgewogene Düngung und eine gute Durchlässigkeit im Boden runden die Sache ab.

Dry-Patch-Symptome
Dry-Patch-Symptome sind Trockenflecken, in denen die Gräser welken und schnell vertrocknen.  Bei dieser Erkrankung wird der Boden zunehmend wasserabweisend. Trockene sowie heiße Temperaturen verstärken die Symptome bis hin zum Algenbefall. Da es sich um einen Bodenproblem handelt, werden alle Gräser befallen. Die Beseitigung von Bodenverdichtungen, der Ausgleich extremer Modellierungen und ein gezieltes Wässern sind erste Maßnahmen, die Sie ergreifen können. 

Für weitergehende Praxistipps, wie Sie Schritt für Schritt Ihren Rasen fit für den Frühling machen, lesen Sie doch den Beitrag von Peter Knappmann.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

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