Strategieüberprüfung in disruptiven Zeiten

von Peter Knappmann, 03.04.2019

Die Unternehmensstrategie ist ein genauer Verhaltensplan zur Erreichung der festgelegten Ziele. In Familienunternehmen, und ich spreche aus Erfahrung, ist oder war die Entscheidungsgrundlage oftmals das Bauchgefühl des Inhabers, welches sich mehr oder minder aus einer Vorstellung der Ausrichtung des Unternehmens zusammensetzt. Leider handelt es sich dabei eher um eine Vision, bei der keine strategische Überlegung im Vordergrund steht. Die Anforderungen der Unternehmensumwelt werden dabei außen vorgelassen.

Doch auch Familienunternehmen stehen den Herausforderungen gegenüber, die die zunehmende Unternehmensgröße und die verändernten Märkte mit sich bringen. Der technologische Wandel, der Fachkräftemangel und die damit einhergehende Unsicherheit beim Blick in die Zukunft sind nur einige von vielen Herausforderungen. Eine Strategie wird gefordert und ist notwendig!

Agilität, Mut, Fehlerkultur und die richtigen Mitarbeiter sind die Voraussetzungen für die Entwicklung einer Strategie. Die Entwicklung setzt sich u.a. aus dem strategischen Vorteil zusammen, der den Mehrwert, den Nutzen und die Einzigartigkeit des Unternehmens enthält. Die dafür benötigten Fähigkeiten und Kompetenzen müssen stets weiterentwickelt werden und sich auf den Ebenen Mensch, Organisation, Prozess und Technologie vom Wettbewerb abheben. Letztendlich muss die Übereinstimmung des Produkts oder der Services mit den vorhandenen Fähigkeiten und Kompetenzen abgeglichen und dementsprechend stets Ressourcen auf- oder abgebaut werden.

Im Allgemeinen ist die Strategie somit ein Prozess, welcher stets auf den Prüfstand gestellt werden und, soweit es möglich ist, dynamisch und langfristig ausgerichtet werden sollte. Es wird eine höhere Innovationskraft und eine andere Innovationskultur gefordert, die mit einer stetigen Anpassung und Wandlung in der DNA des Unternehmens einhergehen. In dem Zuge betrifft das auch die Anpassung von Geschäftsmodellen, der technologischen Ausrüstung, der innerbetrieblichen Strukturen und der Unternehmenskultur.

Welche Vision, Mission und welches Leitbild werden verfolgt? Eine formulierte und kommunizierte Strategie ist notwendig, um diese wiederum auf die einzelnen Geschäftseinheiten herunterzubrechen und mit strategischen Zielen zu unterlegen. Oftmals führt das zu organisatorischen Veränderungen und auch bei diesem Prozess wird Transparenz gefordert! Ein Familienunternehmen sollte in der Lage sein, potenziellen Mitarbeitern erklären zu können, warum potenzielle und angestellte Mitarbeiter im besagten Unternehmen arbeiten sollten. Grundsätzlich wird mehr Transparenz benötigt und die Menschen müssen sowohl in der Entwicklung als auch in der Kommunikation mit auf die Reise genommen werden.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

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