Urbanes Stadtgrün lohnt sich - Stadtbäume für ein erträgliches Klima

von Marius Wolf, 05.02.2020

Warum sind Bäume in der Stadt so wichtig? Grauer Asphalt, Gebäude an Gebäude, stockender Stadtverkehr und hektische Stadtbewohner charakterisieren das Stadtleben. Die eingebundenen grünen Oasen bringen dabei Ruhe und Entspannung in das Stadtbild. Die Bedeutung von Grünflächen in den Städten steigt somit nicht ohne Grund. Grüne Oasen sind Orte der Begegnung und Erholung und bereichern das Leben der Stadtbewohner. Eine grüne Stadt bietet bedeutende Flächen für Freizeit, Bewegung und Sport und hat einen hohen Einfluss auf die Gesundheit sowie das Wohlbefinden der Städter. Allerdings sind die Bäume nicht nur bedeutend für ein abwechslungsreiches und buntes Stadtbild, sondern auch erwiesenermaßen für die Lebensqualität und Luftreinigung sowie für das Stadtklima verantwortlich. Sie dienen als effektiver Schattenspender, reduzieren die gestaute Wärme, bekämpfen Temperaturextreme und sorgen für Frischluft in der Stadt. Das Grün schafft Räume der Regeneration und auch bietet Insekten und Vögeln ein Habitat, wodurch die Artenvielfalt gesichert wird. Beispielsweise bindet eine Buche pro Jahr circa 12,5 kg Co². Des Weiteren schafft ein einziger Laubbaum, eine Fläche von 160 m² mit seinem Schatten zu kühlen und an einem heißen Tag bis zu 400 Liter Wasser zu verdunsten, welches die Umgebung abkühlt.

Durch den Klimawandel sind wir zunehmend verstärkten Umwelteinflüssen, wie z. B. Starkregen, Stürmen und der Hitze, ausgeliefert. Besonders die Hitze belastet das Stadtleben in den Sommermonaten. Die brennende Sonneneinstrahlung bewirkt eine Rückstrahlung von den Straßen, Häusern und Steinen. Es regnet weniger, die Bäume sind geschwächt und somit anfälliger für Schädlinge, wie beispielsweise den Borkenkäfer. Des Weiteren verätzt der Urin von Hunden die Rinde und Wurzeln der Bäume und verschlechtert somit die Wasseraufnahme bzw. beschränkt die Osmose. Leider werden in den meisten Fällen die Wässerungen unterschätzt oder die Wässerungsgänge können aufgrund mangelnden Personals nicht regelmäßig ausgeführt werden. Somit stehen die Anwohner zunehmend in der Pflicht, die Pflege und Wässerung der Bäume zu sichern.

Falls Sie auch den Bäumen vor Ihrer Haustür helfen möchte, geben wir Ihnen im Folgenden einige Tipps: Es ist hilfreich das Erdreich rund um den Stamm mit Gräsern und Kräutern zu bepflanzen, um den Boden aufzulockern und die Wasseraufnahme sowie die Sauerstoffversorgung an den Wurzeln zu verbessern. Ein ausgewachsener Baum benötigt in der Sommerhitze besonders viel Wasser und kann von Ihnen wöchentlich mit zehn Eimern voll Wasser auf die zuvor aufgekratzte Erde gegossen werden. Zudem können Sie auch neue Züchtungen pflanzen, die resistenter gegen hohes Klima und Schädlinge sind, wie beispielsweise Tilia cordata 'Greenspire', Acer campestre 'Elsrijk', Alnus x Spaethii oder Ginkgo biloba.

Aufgrund des Klimawandels und der einhergehenden Trockenheit mussten leider bereits etliche Bäume gefällt werden. Wenn Sie helfen wollen, können Sie dies bereits mit kleinen Dingen tun: Lassen Sie Ihren Hund nicht an Bäume pinkeln, benutzen Sie kein Streusalz in der Einfahrt, um Salzwasser in den Baumgruben zu vermeiden, und denken Sie an das regelmäßige Gießen und Auflockern der Erde. Anpassungen an den Klimawandel sind dringend notwendig und urbane Grünflächen, die das Stadtklima abkühlen, können dabei einen Teil der Lösung darstellen und sollten somit bei der Stadtplanung unbedingt beachtet werden.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

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