Vermeidung, Verwertung oder Entsorgung - Der Umgang mit restlichen Baustoffen

von Jörg Jordan, 28.02.2018

Kurz vor der Fertigstellung einer Außenanlage kommt es vor, dass noch nicht verbaute oder sogar übrig gebliebene Materialien in unterschiedlicher Menge auf dem Baufeld vorhanden sind. Die naheliegenden Gründe liegen dabei in Massenminderungen oder in zu großen Bestellungen. Fest steht, dass die überflüssigen Materialien zur Fertigstellung der Baustelle abtransportiert werden müssen. Daher wollen wir Ihnen zunächst einige stichhaltige Gründe für überschüssiges Material erläutern und weitergehend entscheidungsführende Fragestellungen für die weitere Verwendung der Materialreste aufweisen.

1. Materialien auf Miete
Ein Grund für vorhandene Materialreste auf der Baustelle ist, dass der abzufahrende Aushub zunächst auf Miete gesetzt wird und zum Ende der Baustelle entsorgt werden soll.

2. Überschlagung der Menge
Oftmals werden Schüttgüter per Sattelzug bestellt, obwohl nur noch Kleinmengen gebraucht werden. Das liegt daran, dass die benötigten Mengen nur überschlagen wurden. Letztendlich führt diese Ungenauigkeit und Pauschalisierung zu Materialresten.

3. Zu große Kalkulation mit Sicherheiten
Ein weiterer Grund von Restmaterialien liegt in einer zu großen Einberechnung von Sicherheiten für Schnittarbeiten von Betonwaren, wie z.B. Kantensteinen und Pflaster.

4. Massenminderung
Dann, wie bereits erwähnt, führen auch Massenminderungen während der Bauausführung zu überschüssigen Materialien. Denn die Materialbestellung ist zu dem Zeitpunkt bereits in Auftrag gegeben.

5. Mindest-Abnahmemengen
Auch Mindest-Abnahmemengen von Materialien führen zu Materialresten. Beispielsweise benötigt eine Baustelle 80m² Filtervlies, es kann aber nur eine 200m² Rolle bestellt werden.

Wenn dann die Fertigstellung näher rückt, müssen die überschüssigen, an diesem Bauvorhaben nicht mehr gebrauchten, Materialien natürlich irgendwohin. Dabei ist dann abzuwägen, ob eine weitere Verwendung in Frage kommt oder ob eine Entsorgung sinnvoller ist. Folgende Fragestellungen können bei der Entscheidung bzgl. Verwertung oder Entsorgung weiterhelfen:

  • Gibt es im Anschluss an diese Baustelle noch weitere Baustellen wo das Material eingesetzt werden kann?

  • Kann das Material schon direkt zur Folgebaustelle gebracht werden oder muss es zwischengelagert werden?

  • Für welchen Zeitraum muss es zwischengelagert werden und wo ist Platz dafür? Ist eine Einlagerung von Pflaster beim Bauherrn erwünscht oder möglich? (Diese Fragestellung ist sinnvoll bei extra für das Bauvorhaben produzierten Materialien)

  • Sind die erforderlichen Transporte der restlichen Baustoffe aufwendiger bzw. teurer als die eventuell mögliche Verwendung? Ist daher eine Entsorgung der Reste vielleicht sinnvoller?

Welcher Umgang mit den Restbaustoffen letztendlich ins Auge gefasst wird, ist immer eine Abwägung in Bezug auf Aufwand, Wirtschaftlichkeit und Umweltaspekten. Zudem ist diese Abwägung von Baustelle zu Baustelle immer verschieden.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

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