Vom Zeitmanagement über das Ressourcenmanagement zum geordneten Baustellenablauf

von Christopher Kuhl, 27.06.2018

In Zeiten angespannter Personal- und Baustoffverfügbarkeit, ist es unumgänglich das Ressourcenmanagement voranzutreiben, um einen effektiven und für alle Seiten planbaren und nachvollziehbaren Baustellenablauf zu gewährleisten. Doch branchenbezogene Erhebungen zeigen, dass durchschnittlich nur 20% des Baustellenablaufs vorgeplant sind. Dagegen beruhen 80% des Ablaufes auf Improvisation. Dies sind schlechte Voraussetzungen für einen optimalen Bauablauf, da es oftmals zu Unstimmigkeiten mit anderen Gewerken kommt und somit dieProduktivität auf der Baustelle leidet.

Um dieses Problem zu lösen nutzen wir bei KNAPPMANN den Bauzeitenplan (BZP) als Baustellensteuerungelement. Der BZP wird frühzeitig, in Zusammenarbeit zwischen Bauleitung und Baustellenleitung mit der Software MS Project erstellt. Er beinhaltet die verknüpfte Abfolge der verschiedenen Arbeitsschritte auf der Baustelle (von hinten nach vorne und von unten nach oben) und den jeweiligen aus der elektronischen Vorkalkulation und Erfahrungswerten hervorgehenden Zeitbedarf. Außerdem werden die vom Auftraggeber geplanten Fixtermine und Berührungspunkte mit anderen Gewerken als Meilensteine eingearbeitet. Dieser BZP wird dem Auftraggeber zur Verfügung gestellt. Für eine effektive Baustellensteuerung reichen diese Informationen allerdings nicht aus. Aufgrund des begrenzten Frachtraumes, der begrenzten Materialverfügbarkeit, langer Lieferzeiten und zur besseren Koordination der verschiedenen parallel laufenden Baustellen, werden, je nach Bedarf, weitere Informationen in den betriebsinternen Bauzeitenplan eingearbeitet. Wie zum Beispiel der Vorlauf und die maximale tägliche Liefermenge bei Schüttgütern und die Verfügbarkeit von Nachunternehmern. Außerdem werden den verschiedenen Arbeitspaketen die benötigten Personal- und Maschinenressourcen zugeordnet. Hierdurch können Personal- und Maschinenengpässe frühzeitig erkannt und behoben werden.

Die Erstellung eines belastbaren Bauzeitenplans nimmt in der Arbeitsvorbereitung ein gewisses Maß an Zeit und eine Menge Denkkraft in Anspruch. Beides ist aber gut investiert, da die Koordination der Baustelle für alle am Bau Beteiligten immens vereinfacht wird, wodurch mehr als die am Anfang investierte Zeit eingespart wird.
Man könnte dies am ehesten mit einer Buslinie vergleichen, die ohne Fahrplan fährt. Hier würde es zwangsläufig bei allen Fahrgästen zu langen Wartezeiten kommen. Mit einem Fahrplan kann allerdings jeder Fahrgast seine Zeit so einteilen, dass er zur richtigen Zeit und somit pünktlich an der Busstation ist.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

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