Werkzeuge wirksamer Unternehmensführung (Teil 3) – Die richtige Stellengestaltung als Motivations- und Zufriedenheitsfaktor

von Peter Knappmann, 17.10.2018

Sind Ihre Mitarbeiter gelangweilt, demotiviert und weisen eine schlechte Produktivität auf? Oft lässt sich das auf eine nicht gründlich durchdachte Stellengestaltung zurückführen. Denn die schriftlich formulierten Arbeitsziele, -inhalte, Kompetenzen und Beziehungen steuern den Einsatz des Menschen im Unternehmen – Ihrer Human Ressourcen.  Sind diese allerdings nicht gut durchdacht, sind Ihre Mitarbeiter unzufrieden, aus Gründen, die wir Ihnen im Folgenden anhand fünf Fehler bei der Stellengestaltung aufweisen möchten.

1. Der zu klein formulierte Job

Wussten Sie das Unterforderung Stress auslösen kann? Das kommt daher, dass Langeweile oft zu kleinem Denken, Frustration oder mangelhafter Produktivität führt. Denn so bleiben die Entwicklung und Entfaltung Ihrer Mitarbeiter auf der Strecke. Jobs sollten daher groß formuliert sein, so dass Ihre Mitarbeiter gefordert werden. So hält es sie dazu an, über wirksames Arbeiten nachzudenken, weckt versteckte Möglichkeiten und entfaltet das Potential Ihrer Human Ressource.

2. Der zu groß formulierte Job

Sowie zu kleine Jobs eine Unterforderung hervorrufen können, so können zu große Jobs auch eine Überforderung auslösen. Aufgaben müssen natürlich groß gemacht werden, damit Mitarbeiter über sich selbst hinauswachsen können und sich durch Leistungen und Resultaten motivieren können. Bei Indizien wie schlampigem Arbeiten, versäumten Terminen und einer erhöhten Fehlerquote, sollten Sie allerdings darüber nachdenken, bei der Stellengestaltung Grenzen zu ziehen und den Job etwas kleiner zu formulieren.

3. Der Multipersonen-Job

Viele Jobs werden so formuliert, dass etwas nie allein zu Ende gebracht, finalisiert oder erledigt werden kann. Diese ständige Kooperation und Koordination ist sehr aufwändig sowie zeit- und nervenauftreibend. Bei der Stellengestaltung sollten Sie daher den Standard befolgen, dass eine Aufgabe von einer Person und ihrer direkten Organisationseinheit erledigt werden kann. Wenn dennoch Multipersonen-Jobs notwendig sind, setzen Sie erfahrene und disziplinierte Leute ein, die mit dieser Komplexität umgehen können.

4. Der „ein bisschen von allem“ Job

Vielleicht kann man so Ihren Job als Manager bezeichnen, bei der Stellengestaltung Ihrer Mitarbeiter sollten Sie allerdings darauf verzichten. Fehlt die Fokussierung, führt das meistens dazu, dass die Kräfte Ihrer Leute zersplittern. Und sind keine Ergebnisse in Aussicht, fehlt es oftmals auch an Motivation. Menschen brauchen Fokussierung, um Resultate zu erzielen!

5. Der unmögliche Job

Einer großen Anzahl gänzlich verschiedener Anforderungen, ist kein Mensch gewachsen. Wenn auf ein und derselben Position zwei oder drei gute und sorgfältige Mitarbeiter gescheitert sind, ist das ein starkes Indiz für einen sogenannten Killer-Job. Verändern Sie den Job und suchen Sie die Schuld für das Versagen nicht länger beim Menschen! Denken Sie also daran: Jobs müssen groß sein und den Menschen konzentrieren sowie fokussieren lassen. Sie dürfen nicht zusammenhanglose Tätigkeiten beinhalten und müssen einem gewöhnlichem und der Stelle entsprechendem Menschen erlauben, Ergebnisse zu erzielen.

Es handelt es sich bei der Stellengestaltung um ein statisches Aufgabenpaket. Ihre Aufgabe ist es nun dieses in Ihrem dynamischen Unternehmen richtig bzw. wirksam einzusetzen.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

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