Werkzeuge wirksamer Unternehmensführung (Teil 4) - Effektive Einsatzsteuerung Ihrer Mitarbeiter

von Peter Knappmann, 07.11.2018

In diesem Blogpost möchte ich an den statischen Aspekt eines gut konzipierten Jobs, der Stellenbeschreibung, anknüpfen. Weiterführend liegt der ergänzende, dynamische Aspekt des Ganzen in der Einsatzsteuerung bzw. in der wirksamen Steuerung von Jobs. Oftmals sind Unternehmen umsetzungsschwach und ineffektiv aufgrund genau dieser fehlenden Einsatzsteuerung.

Wie bereits im letzten Blogpost der Blogreihe erklärt, sind Stellen - nach organisatorischen Gesichtspunkten - zusammengefasste Aufgabenpakete. Diese Aufgaben sind allgemein gehalten und verfolgen keine spezifischen Prioritäten, weswegen es auf der ganzen Welt praktisch vergleichbar formulierte Stellenbeschreibungen gibt.

Eine Stelle gibt vor wer welche Aufgabe macht, gibt aber nicht Aufschluss darüber welche Prioritäten verfolgt werden sollen bzw. in welche Richtung geführt werden soll. Zu oft nehmen Führungskräfte es als selbstverständlich an, dass den Mitarbeitern die Prioritäten des Unternehmens bewusst sind. Dem ist aber nicht so. Deshalb sollte Ihre Aufgabe sein, Klarheit darüber herzustellen, worin der Schwerpunkt jeder Stelle in Abhängigkeit der aktuellen Unternehmenslage, liegt. Machen Sie Ihren Mitarbeitern die Prioritäten bewusst und richten Sie sie speziell daraufhin aus bzw. fokussieren Sie sie.

Um Ihr Unternehmen zukunftsorientiert aufzustellen, brauchen Sie Ihre zweite Führungsebene (Leistungsträger). Wie wichtig die Einsatzsteuerung ist, wird auch daran deutlich, wie viele Stunden pro Tag sich Ihre Führunsebene womit beschäftigt. Denn häufig geht es um die Vergangenheit, anstatt um die Zukunft, sowie eher um Schwierigkeiten, als um Chancen. Es herrscht Routine und die Zukunft wird somit dem Zufall überlassen. Demnach sollten Sie sich die Frage stellen: Leistet Ihre zweite Führungsebene ihren Einsatz für die richtigen Dinge bzw. ist Ihre Führungsmannschaft freigespielt, um Ihre ganze Kraft auf die Zukunft des Unternehmens zu lenken?

Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern unmissverständlich die Prioritäten. Denn so sorgen Sie dafür, dass jeder Ihrer Mitarbeiter, so gut es geht, seine Kraft und seine Fähigkeiten ungeteilt und ungestört auf die Prioritäten des Unternehmens konzentrieren kann. Hier bedeutet wirksames Management, dass Sie Ihrer zweiten Führungsebene den Rücken freihalten, was wiederum bewirkt, dass Ihre Führungsmannschaft ihren Mitarbeitern mehr Verantwortung übertragen können und die Prioritäten diesen klar vor Augen geführt werden.

Praktisch umgesetzt bedeutet das: Bestimmen Sie zunächst die Prioritäten für das Gesamtunternehmen. Die Grundlage hierzu bilden die Unternehmenspolitik und Strategie sowie ein aktueller Lagebericht. Setzen Sie dabei nur eine kleine Anzahl an Schwerpunkten fest. Daraufhin sollten Sie Prioritäten für die Führungsebene bestimmen, die dann wiederum in einem Gespräch mit ihren Mitarbeitern die Schlüsselaufgaben der Stelle, das Aufgabenpaket, bestimmen.

Schlussendlich achten Sie stets darauf, dass die besprochenen Prioritäten nicht vom Tagesgeschäft verdrängt werden und ihre Führungsmannschaft das Unternehmen zukunftsgetreu voranbringen kann.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

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