Wirksame Unternehmensführung (Teil 3) - Wie einzigartig sind wir noch ohne Schwächen?

von Peter Knappmann, 09.08.2017

Die beiden letzten Beiträgen der Blogreihe "Wirksame Unternehmensführung" haben sich mit dem Thema Mitarbeiterstärken und Unternehmesstärken beschäftigt. Bei aller Konzentration auf unsere Stärken, dürfen die ebenfalls vorhandenen Schwächen nicht ignoriert werden. Ein Manager sollte die Schwächen seiner Mitarbeiter kennen, allerdings nicht um diese zu eliminieren, sondern um zu vermeiden, die Mitarbeiter dort einzusetzen, wo sie ihre Schwächen haben.  

Wir dürfen Menschen aufgrund ihrer Schwächen nicht verändern

Viele Unternehmer legen es darauf an, Menschen aufgrund ihrer Schwächen zu verändern und streben danach deren Makel zu beseitigen. Das wird dann vornehmlich Persönlichkeitsentwicklung genannt. Doch ist der Mensch dazu moralisch nicht legitimiert sowie solch eine Aufgabe schwer möglich scheint.

Das Verhältnis von Stärken und Schwächen

Statt sich auf seine Stärken zu konzentrieren, ist der Mensch von Grund auf schwächenorientiert, da es sehr einfach ist die störenden Eigenschaften des Gegenübers aufzudecken. Um Stärken zu identifizieren bedarf es allerdings einer intensiven Befassung mit dem Menschen und einem aufrichtigen Interesse an ihm. Auch Erfahrungen aus der Schule verleiten uns dazu das Ausmaß von Schwächen auszubessern und zu vermindern, um für die Gesellschaft brauchbar zu sein. Dabei resultiert Erfolg aus dem Vorhandensein, Hervorheben und der Nutzung von Stärken. Selbst wenn Schwächen, wie in der Schulzeit gemildert und abgeschliffen werden, sollte der Fokus dennoch auf der Förderung und der Darstellung der Stärken des Menschen liegen.  

Der limitierte Mensch

Berühmte Menschen, wie Picasso und Mozart, waren in ihren Fähigkeiten limitiert und wiesen zahlreiche Schwächen auf. Ihre Stärken, wie das Malen bei Picasso, konnten sie großartig ausüben. Multitalente, wie Friedrich Nietzsche, der sich durch seine Musik sowie durch seine philosophischen Thesen auszeichnete, sind selten. Es sind auch nur Wenige dieser Multitalente, die eine ihrer Stärken dann gleichstark ausüben können wie ein an sich „limitierter Mensch“.  

Menschen werden mit ihren Stärken groß

Selbstverständlich bekannt ist, dass jeder Mensch Stärken sowie auch Schwächen hat. Die Aufgabe des Unternehmers sollte es sein, den Menschen so anzunehmen wie er ist, herauszufinden was seine Stärken sind und ihm Möglichkeiten in diesem Bereich zu bieten. Entscheidet sich ein Mensch dennoch seine Schwächen eliminieren zu wollen, ist das seine persönliche Entscheidung. Doch sind wir dann nicht alle nur mittelmäßig?

Text: Lena Knappmann

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