Wirksame Unternehmensführung (Teil 4) - Stärken von Mitarbeitern erkennen

von Peter Knappmann, 27.09.2017

„Was würdest du später gerne tun?“ und „Was kannst du denn gut?“ sind Fragen die häufig bei der Berufswahl gestellt werden. Das das die richtige Fragestellung ist, erfolgt durch den Umkehrschluss, dass, wenn man etwas ungern tut, man es nicht gut kann. Dennoch kann das in die Irre führen. Daher sollte man vielmehr die erfolgsentscheidenden Fragen stellen „Was fällt dir leicht?“ und „Was kannst du denn gut?“

Viele Mitarbeiter übersehen ihre Stärken, schätzen sie gering oder leiden unter ihren Schwächen, da es ihnen nicht auffällt, wenn ihnen etwas leicht fällt, weil es ihnen eben leicht fällt. Folglich übersehen sie den leicht zu erreichenden Erfolg und beißen sich an großen Anstrengungen, ohne einen Erfolg zu erleben, die Zähne aus.

Erkennen von Stärken

Zurückführend auf die Stärken von den Mitarbeitern sowie dem Unternehmen aus Teil 1 und Teil 2 der Blogreihe „Wirksame Unternehmensführung“, sollte in der Führungsebene eine Hilfestellung gegeben werden, wie man Stärken erkennen kann. Dies erfolgt vor allem durch die Beobachtung der Mitarbeiter. Somit ist es die Aufgabe der Führungsebene, die Menschen zu beobachten, um zu erkennen was dem einzelnen Mitarbeiter leicht fällt.

Schwächen stärken

Um sich an Stärken orientieren zu können, müssen diese in Beziehung zu vier verschiedenen Arten von Mängeln bzw. Schwächen gesetzt werden, die der einzelne Mitarbeiter in hohem Maße verbessern kann:

  1. Lücken an Wissen und Kenntnissen – Trotz fehlenden Talents kann jeder Mitarbeiter, durch eine Ausbildung oder durch das Lernen, Lücken bzw. fehlendes Wissen sowie mangelnde Kenntnisse in bestimmten Gebieten auffüllen.  

  2. Fertigkeiten – Gleichzeitig kann ein Mitarbeiter die verschiedensten Fertigkeiten erlernen ohne gleich ein Meister werden zu müssen.  

  3. Verständnis und Einsicht für andere Aufgaben und Fachgebiete – Ein gewisses Maß an Verständnis und Einsicht für andere Aufgaben und Fachgebiete fördert jede Zusammenarbeit. Außerdem sollte in einer erfolgreichen Zusammenarbeit stets ein gewisses Maß an gegenseitiger Akzeptanz und Achtung vorherrschen.  

  4. Schlechte Gewohnheiten – Gewisse Eigenarten sollten und können bis zu einem gewissen Grad aus der Welt geschafft werden. Dennoch gibt es bestimmte grundlegende Charaktereigenschaften, die nicht verändert oder ausgeblendet werden können. So kann beispielsweise ein Einbrödler kaum zum Teamplayer umerzogen werden.

Stärken = Neigung und Begeisterung

Schließen nun in einem Jahr fünf junge Menschen ihre Ausbildung zum Landschaftsgärtner erfolgreich ab, ist anzunehmen, dass sie den gleichen Wissenstand erreicht und evtl. Vorlieben entwickelt haben. Dennoch ist vielleicht der eine Landschaftsgärtner schneller bei seiner Arbeit als der Andere. Einer von den fünf Landschaftsgärtnern kann zusätzlich gut baggern, obwohl er auch mit dem Pflastern keine Probleme hat. Doch mit seinem Talent, wodurch es ihm leicht fällt, und seiner Ausbildung, die ihm die nötigen Hintergrundinformationen gibt, gepaart mit seiner Begeisterung, kann das Unternehmen ihn zielgenau und gewinnbringend einsetzen.

Konzentration auf das Wesentliche

Folglich erfolgen große Leistungen bzw. Spitzenleistungen durch das Erkennen von Stärken und der kompromisslosen Konzentration auf diese. Es gilt genau diese Talente im Team zu erkennen und gewinnbringend einzusetzen. Dadurch verschwinden Probleme und es werden Leistungen möglich, die sonst außer Reichweite lagen.

Text: Lena Knappmann

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