Wirksame Unternehmensführung (Teil 6) - Positiv denken

von Peter Knappmann, 03.01.2017

Wir müssen ja sowieso denken, wieso dann nicht gleich positiv? Sicher ist Ihnen schon einmal so eine Person begegnet. Oft kann einem solch eine Denkweise penetrant und unwirklich vorkommen. Dennoch hat das positive Denken einen sehr hohen Wert, negatives Denken dagegen ist zerstörerisch. Schließlich ist nichts Positives zu erwarten, wenn negativ gedacht wird. Andersherum bedeutet positives und konstruktives Denken nicht, dass alles Negative ignoriert werden soll. Es bedeutet lediglich zu erkennen, dass alles zwei Seiten hat und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Erkennen und Nutzen von Chancen in herausfordernden Situationen.

Chancen in Problemen erkennen und nutzen

Positive oder wirksame Menschen verschließen die Augen vor Problemen nicht, um sie somit zu verdrängen oder zu leugnen. Sie sind Realisten, die noch so großen Problemen in die Augen sehen und nach Chancen und Möglichkeiten suchen. Es ist ihre Haltung, auch wenn sie sich manchmal dazu zwingen müssen. Das bedeutet nicht, dass diese Menschen auch in jedem Problem eine Lösung finden. Wenn aber, dann finden sie diese garantiert als Erstes.

Sich selbst motivieren

Die Herausforderung bei dieser Haltung ist es, sich selbst zu motivieren. Es ist der Aufbau einer Disziplin gefordert, die zunächst Überwindung und Anstrengung bedeutet bis letztendlich Gewohnheit eintritt. Die Änderung einer Gewohnheit ist somit ein Prozess, der laut dem plastischen Chirurg Maxwell Maltz mindestens 21 Tage dauert. Diese Erkenntnis erlangte er in den 1950er Jahren, indem er untersuchte, wie schnell Patienten sich an die Situation eines neuen Beines oder einer neuen Nase gewöhnten. Eine andere Studie, von Philippa Lally und ihrem Team vom University College London, belegte wiederum, dass die Gewöhnungsdauer stark von der Art der Gewohnheit, der Testperson und den Umständen abhängt.

Letztendlich sage ich Ihnen, dass Sie sich von solchen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht irritieren lassen sollten. Sich selbst zu motivieren ist eine Herausforderung und die Kraft dazu sollte aus Erfolgserlebnissen geschöpft werden. Menschen mit einer positiven Denkweise versuchen lediglich Chancen in Problemen wahrzunehmen und wo immer es nötig ist, sich zu motivieren. Es sind Menschen voller Realismus und Scharfsinn, die einfach handeln und verändern wollen.

Kann ich mir so eine Einstellung erzwingen oder antrainieren?

Die Einstellung zu einer positiven und konstruktiven Denkweise ist eindeutig trainierbar. Ob ein Motivationszettel in der Jackentasche, mentales Training oder Meditation, es gibt viele Methoden. Mich persönlich spricht das mentale Training für Einstellungen, Haltungen und Meinungen an. Es enthält die willentliche Handlung gepaart mit einer mentalen Selbstbeeinflussung, in der man sich Dinge wie Motivation, Durchhaltevermögen oder Überzeugung selbst einredet. Die Grenzen dabei bestehen lediglich im Kopf und lassen sich verschieben.

Sie müssen kein Sklave ihrer Gefühle, Launen oder Motivation sein. Auf diese selbst gesteckten Grenzen kann Einfluss genommen werden, was Sie letztendlich zur Unabhängigkeit führt. Denn Niemand ist abhängig von Stimmungslagen und somit auch nicht abhängig von der eigenen Motivation, um etwas zu leisten. Das positive Denken verändert Ihre Einstellung und bestimmt, ob Sie Gefahren oder Chancen wahrnehmen.

Sein Bestes geben

Das positive Denken der Realisten ist die Grundlage, um Chancen zu sehen und sich von selbstauferlegten Abhängigkeiten wie Stimmungslagen zu befreien. Daraus resultierend gibt man nun sein Bestes, natürlich soweit wie es für einen selbst möglich ist. Damit ist allerdings nicht gemeint, dass Begrenzungen zum Anlass genommen werden sollen, um nichts zu tun oder das Tun zu verschieben.

Unternehmen in denen Mitarbeiter und Führungskräfte ständig motiviert werden müssen, um Dinge zu bewegen, können nicht funktionieren. Das positive Denken als ein integrierter Grundsatz der Unternehmenskultur resultiert in ein gutes, kompetentes und wirksames Management Ihrer Organisation. Es ist keine Zauberei, aber dennoch erlernbar und einfach zu verstehen. Sie können es sich aneignen, lernen anzuwenden und vor allem vorleben!

Text: Lena Knappmann

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