Wut und schlechte Laune am Arbeitsplatz – Wie viel Gefühl verträgt Ihr Job?

von Peter Knappmann, 01.07.2020

In Beziehungen zwischen Partner, Familie oder Freunden fliegen oftmals die Fetzen. In der geschäftlichen Beziehung dagegen, haben Gefühle oftmals keinen Platz. Im Fokus stehen Zahlen, Präsentationen und Umsatz. Die Performance zählt und der Mensch wird oftmals vergessen. Hat nur derjenige Erfolg, der Kränkungen wegstecken kann und einfach nur funktioniert? Müssen wir uns verstellen?

Grundstein: Emotionale Intelligenz und Selbstvertrauen

Jeder Mensch besitzt eine emotionale Intelligenz – manche weniger, manche mehr. Im Gegensatz zur kognitiven Intelligenz kann die emotionale Intelligenz erlernt werden. Der erste Schritt beginnt beim Selbstvertrauen. Sie dürfen unangenehmen Erfahrungen nicht ausweichen, sondern müssen aus ihnen lernen. Weisen Sie nicht die Schuld auf andere, sondern reflektieren Sie die Situation und übernehmen Sie Verantwortung. Erteilen Sie dem anderen keine Macht über Ihre Gefühle.

Denn Gefühle machen uns authentisch

Empfinden wir Wut und schlechte Laune, weist das auf unerfüllte Bedürfnisse hin. Botschaften werden missverstanden und so kommt es oftmals unweigerlich zu einer übertriebenen Reaktion.

Ihr soziales Wesen, welches ein Teil Ihres Seins ist, bestimmt Ihre Emotionen, Intuition und Werte. Wenn Sie sich verstellen und Ihre Gefühle unterdrücken, können Sie nur 50% Ihrer Leistung abrufen. Zudem verleugnen Sie einen Teil von sich, was auf Dauer krank macht. Der Arbeitsplatz sollte ein Ort sein, wo Sie sich wie sich selbst verhalten und Ihr ganzes Potenzial hervorbringen können. Setzen Sie sich mit sich selbst auseinander und lernen Sie Ihre eigenen Gefühle zu lesen. Verstellen Sie sich nicht.

Mit Empathie und Empfindsamkeit erfolgreich

Als Führungskraft sollten Sie über eine differenzierte Sichtweise verfügen, die Sie bewusst handeln lässt. Jede Person ist auf ihre Art ängstlich, verletzbar und zweifelt an sich selbst. Verleugnen Sie diesen Teil nicht und präsentieren Sie sich als Ganzheit, mit all Ihren Fähigkeiten. Kommunizieren Sie so, dass Ihr Umfeld Sie versteht. Das bedarf ein wenig Übung, Bewusstsein und Entschlossenheit.

Selbstverantwortung

Sie sind selbst für Ihr authentisches Auftreten verantwortlich. Erfahren Sie eine Situation, die Sie verletzt oder aufwühlt, sollten Sie sich besinnen und nicht direkt reagieren. Wenn es nötig ist, schnappen Sie kurz frische Luft. Versuchen Sie sich bewusst zu machen, dass Ihr Konfliktpartner in einem Kontext handelt, den Sie gerade in der Situation nicht erkennen können. Suchen Sie anschließend das Gespräch, lassen Sie Ihr Ego beiseite und stellen Sie eine gute Beziehung her.

Text: Lena Knappmann / Bild: AdobeStock

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